Forum

Erhebt euch. Seit nicht Still. Sucht nach Betroffenen und Unterstützt einander.

Gestartet von Papa Lino. Letzte Antwort von Maria Mae Jun 2. 2 Antworten

papalino.forte@gmail.comHallo liebe Leute, danke das ihr da seits.Um mich, meine Familie und meine Kinder zu schützen möchte ich ein bisshen Bedeckt bleiben. Aber für euch werde ich mich öffnen, und…Fortfahren

Jugendamt verschleiert Beweise und handelt Unrecht

Gestartet von Andreas Tuschek. Letzte Antwort von Maria Mae Jun 2. 18 Antworten

Sehr geehrte Damen und Herren,wir hätte hier eine Angelegenheit, welche die Medien sehr interessieren könnte. Eine Angelegenheit, wo Kinder im Spiel sind und auch darin das Jugendamt durch falsche…Fortfahren

Tags: Kindsentzug, Obhut, Jugendamt

Hunger Strikes

Gestartet von joe jons. Letzte Antwort von jiandan0955 4. Dez 2020. 1 Antwort

Hello,In Delanshar, they are arrested and thrown in jail. Once in a cell they are allowed no contact with media, family or anyone, and then they are given no food until they die. In other words: they…Fortfahren

Väter ohne Rechte

Gestartet von Robert. Letzte Antwort von jiandan0955 4. Dez 2020. 7 Antworten

Ich bin Vater einer 2 Jährigen Tochter und habe mich von der Kindesmutter getrennt, da sie erneut an Bolimie erkrankt ist!Nun ist es so,dass das Jugendamt nichts dagegen unternimmt! Die Kindesmutter…Fortfahren

Dr. E. Bergmann Richter aD Rechtsanwalt Reydter Modell II

2.2 Kindeswohl

Als Fazit dieses Wissens um Trennungsprozeß, Trennungsdynamik und ihre Folgen für jeden einzelnen beteiligten Menschen, läßt sich für einen handlungs- und lösungsorientierten arbeitenden Sachverständigen das Kindeswohl als zentraler Anker seiner fachlichen Bemühungen bestimmen. Die Vorstellung von dem, was Kindeswohl ist, löst sich aus der lange Zeit vorherrschenden Diffusität. Mit ernüchternder Klarheit ergibt sich aus dem theoretischen Wissen, daß die Eltern durch ihre Trennung zwar seelisch, sozial und materiell belastet, daß aber ihre Kinder die Opfer des Trennungsgeschehens sind, seine eigentlichen Verlierer. Sie sind ohne Macht - also im Wortsinne ohnmächtig -, ohne Rechte[10], sie en für ihre Eltern im Scheidungsverfahren vor allem als ökonomischer Faktor. Sie sind Objekte eines Szenarios, das von Erwachsenen, von ihren Eltern wie den beteiligten Fachleuten, beherrscht wird; als eigenständige Subjekte mit eigenen Gefühlen, Wünschen, Interessen, Meinungen werden so gut wie nicht wahrgenommen.[11]

Das Kindeswohl ist auf der Landkarte des Trennungsprozesses ein weißer Fleck. Es ist von ihm aber nicht zu lösen, sondern sein integraler Bestandteil. Kindeswohl ist auf dem Hintergrund der theoretischen Grundlagen sachverständiger Tätigkeit nicht als Eigenschaft von Personen oder ihres Verhaltens - der Eltern oder der Kinder oder aller zusammen - zu verstehen, sondern ist zu definieren als Element ihrer Beziehungen. Damit aber ist das Kindeswohl in allererster Linie abhängig von der Qualität, von der Struktur und von der Entwicklung der familiären Bindungen, des familiären Systems. Es ist eine Eigenschaft des Familienprozesses, seiner Geschichte und seiner Zukunft, es ist folglich nicht eine Zustandsqualität, sondern eine System- und Prozeßqualität.[12]

2.3 Aufgabenstellung für den Sachverständigen

Die definitorische Präzisierung des Kindeswohls verweist auf die Wichtigkeit, auf die Exklusivität der familiären Bindungen, des familiären Systems auch nach der Trennung der Familie. Das Kindeswohl ist dann gesichert, wenn die Eltern bereit sind, auch in der Trennungsphase ihre Paarkonflikte und ihre Verantwortung als Eltern nicht zu vermischen; wenn das familiäre System in einen neuen “Aggregatzustand” übergeht, statt zu zerbrechen; wenn den Kindern das erhalten bleibt, was sie für ihre möglichst unbelastete Entwicklung trotz der Trennung der Familie am dringendsten benötigen, die Beziehung zu ihren Eltern. Die Aufgabenstellung des Sachverständigen muß sich folglich auf das Familiensystem zubewegen, er muß seine Untersuchungen so gestalten, daß er dazu beiträgt, die Bedingungen zu schaffen, die das Kindeswohl sichern können.

Seine Aufgabe ist so komplex wie der Trennungs- und Scheidungsprozeß selbst. Um sie zu strukturieren und ihr Konturen zu geben, soll sie auf fünf Ebene der sachverständigen Tätigkeit betrachtet werden.

2.3.1 Allgemeine Aufgabenbestimmung      

Zentrale Aufgabenbestimmung für den Sachverständigen ist die Sicherung des Kindeswohls. Er gibt ihr einen Inhalt, der der Trennungssituation in konsequenter Weise Rechnung trägt: Den des Kindesschutzes, des Schutzes der kindlichen Bedürfnisse, Interessen, Lebens- und Entwicklungsnotwendigkeiten. Um dieser Aufgabe gerecht zu werden, muß er sich in das familiäre System begeben, an ihm teilhaben, und zwar als Dramaturg, der nicht als Mitspieler, nicht als Souffleur, nicht als Regisseur, nicht als Drehbuch- oder Stückeschreiber beteiligt ist, sondern als jemand, der vorübergehend die Fäden des “Systemspiels”, der Trennungsdynamik, in die Hand nimmt. Er wird für den Zeitraum seiner Tätigkeit als Sachverständiger Moderator eines Gesprächs- und Handlungskreises, zu dem die Eltern, ihre Kinder, die AnwältInnen, die JugendamtsmitarbeiterInnen, möglicherweise neue Partner, Großeltern und andere Verwandte gehören. In dieser Rolle oder Funktion ist er zugleich in das System eingebunden und hinreichend distanziert zu den Interaktions- und Kommunikationsprozessen der übrigen Beteiligten, daß er zu Veränderung beitragen kann, ohne selbst Mitspieler zu sein.

2.3.2 Gegenstand der sachverständigen Tätigkeit

Der Gegenstand, an und mit dem der Sachverständige Arbeit, ist die Nachscheidungs- oder Trennungsfamilie. Ihr Zustand und ihre Entwicklungsmöglichkeiten sind abhängig vom Zustand der elterlichen Beziehung nach der Trennung bzw. Scheidung. Der für das Kindeswohl  notwendige Umgang der Eltern miteinander stellt sich bei strittigen Trennungen nicht unmittelbar und ohne Unterstützung von außen ein. Die Chancen des sachverständigen Eintritts in den Trennungsprozeß besteht darin, diese Hilfestellung zu leisten, also mit den Eltern gemeinsam eine Neudefinition des Eltern- und - wenn möglich und/oder notwendig, gemeinsam mit den Kindern - des Familiensystems. Der Sachverständige ermuntert die Eltern, ein Trennungsprojekt zu gestalten und trägt seine Erfahrungen und seine Fachkompetenz zu dessen Aufbau bei, nutzt sein Wissen um Trennungs- und Psychodynamik, um die Konstruktion des Projekts möglichst stabil und sicher werden zu lassen.

2.3.3 Praktische Arbeitsinhalte

Um die Unterstützungsarbeit leisten zu können, die er mit seiner Beauftragung übernimmt, muß der Sachverständige praktisch in seiner Dramaturgen- oder Moderatorenrolle im System der Trennungsfamilie tätig werden. Seine konkreten Bemühungen richten sich darauf, die Eltern zu befähigen, mit den Trennungsfolgen einschließlich ihre eigenen seelischen Belastungen weniger destruktiv umzugehen, ihre soziale und psychische Kompetenz zu erweitern. Mit einem historischen Schlenker läßt sich sein praktisches Eingreifen als “empowerment” bezeichnen, einem für die soziale Arbeit klassischen methodischen Ansatz. 

Zu Beginn der sachverständigen Tätigkeit dominiert - wie in jeder problematischen beraterischen oder therapeutischen Situation - die Krisenintervention im Vordergrund, um eine Basis zu schaffen, auf der die Eltern überhaupt miteinander reden und sich austauschen können. Während seiner Arbeit mit der Trennungsfamilie bleibt ein beherrschendes Thema das Konfliktmanagement, das nötig ist, um den vorhandenen Komplex an Meinungsverschiedenheiten, Mißverständnissen und Streitanlässen wenigsten so weit aufarbeiten zu können, daß sich Perspektiven für eine konstruktive Zusammenarbeit der Eltern ergeben können. Für diese muß er versuchen, die Ressourcen, die alle Eltern, wie schwierig die Trennungserfahrung für sie immer ist und wie konflikthaft ihr Umgang miteinander, immer noch zur Verfügung haben; wenn sie sich vielleicht in einem Dämmerzustand oder einem vorübergehenden Schlummer befinden, versucht er, sie zu aktivieren und Blockaden, die ihre Nutzung verhindern, zu lösen.

Zu seinen Bemühungen, die Kooperationsfähigkeit der Eltern zu fördern, gehört das Thema Akzeptanz. Der Sachverständige macht den Eltern klar, daß sie beide Eltern sind, gleichberechtigt und gleichwertig, daß sie beide gleich wichtig für das Wohlergehen und die Entwicklung ihrer Kinder sind. Er erklärt ihnen, daß ihre unterschiedlichen Vorstellungen von Erziehung und Umgang mit kindlicher Entwicklung kein Grund für Streit oder gegenseitige Abwertung sind, sondern Ausdruck ihrer unterschiedlichen Persönlichkeiten, ihrer je eigenen Lebensgeschichte, und daß sie keinen Nachteil für ihre Kinder darstellen, sondern eine Bereicherung, daß die kindliche Entwicklung von der Unterschiedlichkeit und Widersprüchlichkeit der elterlichen Anregungen profitiert. Der Sachverständige ermuntert die Eltern nicht nur, sich gegenseitig als Eltern in ihrer jeweiligen individuellen Besonderheit zu respektieren, sondern weist sie zugleich auf die Notwendigkeit hin, gemeinsam bestimmte Regeln, die für die Erziehung der Kinder und ihr Wohlergehen aus fachlicher Sicht unerläßlich sind, zu formulieren und einzuhalten. Dieses Regelwerk ist notwendig, um den Kindern in einer schwierigen Lebenssituation eine klare Orientierung zu ermöglichen, um ihnen noch mehr Verwirrung in ihren Gefühlen und Gedanken zu ersparen, und um zu verhindern, daß sie beginnen, die Eltern gegeneinander auszuspielen. Diese letzte Möglichkeit wird von Kindern gerne genutzt, wenn die Eltern im Streit miteinander liegen, und aus ihrer Sicht liegt in ihr einerseits eine sinnvolle Logik, weil das Ausspielen der Eltern gegeneinander einer der wenigen Lichtblicke für Kinder im Trennungsprozeß sein kann; andererseits signalisiert ein solches Verhalten, daß Kindern klare, für ihren sozialen Lernprozeß notwendige Koordinaten fehlen, was ihrem Wohlergehen nicht förderlich ist.

Ganz praktisch wird der Sachverständige auch dann, wenn er den Eltern nahelegt, unabhängig von ihren je eigenen Gründen für ihr Auseinandergehen, sich auf eine gemeinsame Version der Trennung zu verständigen. Ihre Kinder werden mit der Entscheidung der Eltern, nicht länger zusammenleben zu wollen, konfrontiert, ohne eine auch nur annähernde Klarheit über die Beweggründe der Eltern zu haben. Die wenigen Worte, die Eltern in der Regel ihren Kindern gegenüber zu diesem Thema fallen lassen, stiften mehr Verwirrung und Unruhe, als daß sie durchschaubar machen, was geschehen ist. Erst wenn es den Eltern gelingt, in einem gemeinsamen Gespräch mit ihren Kindern - und schon Vorschulkinder haben nicht nur Wunsch, mehr zu erfahren, sondern verstehen auch, wenn sie ihren Verständnismöglichkeiten angemessene Worte hören - zur erläutern, daß sie nicht mehr zusammenleben wollen und können, weil sie sich nicht mehr lieben, weil sie sich nicht immer nur streiten wollen, weil sie festgestellt haben, daß sie lieber ohne den anderen leben oder ähnliches; daß sie aber ihren Kindern Eltern bleiben werden, weiterhin für sie Verantwortung tragen und sich gemeinsam um sie kümmern wollen. Ein solches Gespräch kann viel seelischen Ballast von den Kinder nehmen, ihnen ein Gefühl der Befreiung vermitteln.

Schließlich gehört zur praktischen Tätigkeit des Sachverständigen, daß er den Eltern Mut macht und es als legitim und für einen psychohygienischen Umgang mit sich selbst notwendig erläutert, wenn sie, bei allem Bemühen um eine gemeinsame Elternschaft, sich auch Raum für ihren eigenen Schmerz lassen, sich Phasen des Rückzugs und der Abgrenzung gestatten, in denen sie mit sich selbst und ihre eigenen Gedanken und Gefühlen beschäftigt sein können. Hier ist nicht von Wochen oder Monaten die Rede, sondern von innerhalb des Zeitrahmens einer sachverständigen Tätigkeit überschaubaren Zeiträumen, in denen die Eltern die Möglichkeit haben müssen, das zu verarbeiten und für sich zu klären, was durch das sachverständige Eingreifen aufgewühlt wird, aufbricht. Ähnlich sollte der Sachverständige die Eltern darauf hinweisen, daß sie Zeit und Raum zur Verfügung stellen sollten für die regressiven Verarbeitungsmechanismen ihrer Kinder, die in einer Trennungsphase mit Sicherheit auftreten und von den Eltern viel Aufmerksamkeit, Zuwendung und Unterstützung verlangen.

2.3.4 Politische Arbeitsinhalte

In die sachverständige Arbeit fließen Arbeitsinhalte ein, die über die spezifische Problematik der jeweils betroffenen Familie und über ein fachlich, also theoretisch und methodisch, fundiertes Agieren, hinausreichen. Sie heißen hier politisch, weil sie den sich trennenden Eltern - direkt oder mittelbar, je nach konkreter Situation - Einsichten und Verhaltensmöglichkeiten vermitteln, die nicht nur für den Umgang mit dem anderen Elternteil und den eigenen Kindern, sondern für soziales Verhalten überhaupt von Bedeutung sind. Der Sachverständige betreibt Aufklärung im besten, bereichernden Sinne, indem er sein Fachwissen, seine methodischen Kenntnisse und seiner Erfahrungen nutzt, um Erkenntnisse und Wissen der Eltern zu fördern. Er befähigt sie auf diese Weise, zukünftig mit sich selbst und ihrer Umwelt eventuell anders als bisher umzugehen: besser zuzuhören, Gefühle zu äußern, aber sie auch zu kontrollieren, Lösungen zu suchen statt Konflikte zu schüren, Mitmenschen ernst zu nehmen und in ihrer Eigenart zu akzeptieren usw.[13]

Aufklärend stellt der Sachverständige sein Wissen um die kindlichen Reaktionen auf Trennung und Scheidung und ihre Dynamik genauso zur Verfügung wie das über die elterlichen Gefühle im Zusammenhang mit dem Auseinandergehen zweier Partner und die Verarbeitungsmechanismen und -möglichkeiten, um deren Nützlichkeit in Krisensituationen er weiß. Er bietet aus seinem methodischen Repertoire Formen des Umgangs miteinander in Konfliktsituationen an und weist auf Wege zur Selbsthilfe und institutionelle Hilfeangebote hin, die ihnen zur Verfügung stehen, auf Unterstützungs- und Beratungsangebote. Schließlich versucht er mit den Eltern die soziale Dimension ihres Verhaltens in Bezug auf kindliche Lernprozesse auszuloten und zu verändern: Ihr Umgang mit einer prekären Konfliktsituation ist modellhaft für das soziale Lernen ihrer Kinder, ihre Eltern demonstrieren ihnen, ob Konflikte zu Eskalation der feindseligen Auseinandersetzungen führen müssen oder dazu dienen können, neue Wege der Konfliktregulierung und der Vereinbarung zu finden. Aufgeklärte Eltern können den sozialen Lernprozeß ihrer Kinder unterstützen und müssen ihn nicht behindern.

2.3.5 Zielbestimmung

Das vom Sachverständigen in seiner Tätigkeit für das Familiengericht und die Trennungsfamilie verfolgte Ziel ergibt sich aus den bisherigen Überlegungen zu seiner Aufgabenstellung zwingend: Er will erreichen, daß die künftige Sorge für die Kinder nach einer Trennung der Familie - also das Sorgerecht, in juristischer Terminologie - nicht im Korsett eines rechtlichen Konzepts erstickt, sondern von allen beteiligten Personen - Fachleuten wie Eltern - als gemeinsame elterliche Verantwortung für die gemeinsamen Kinder über die Trennungsphase hinaus verstanden und entsprechend behandelt wird. Sein inhaltliches Ziel, ein einvernehmliches Konzept der elterlichen Verantwortung als Ergebnis seiner sachverständigen Arbeit zu erreichen, ist gekoppelt an das strukturelle Ziel, Richter, Anwälte und Jugendamt davon zu überzeugen, daß es für das Kindeswohl am sinnvollsten und notwendig ist, sich seinem Arbeitskonzept anzuschließen. Wenn er sein zweites Ziel erreichen kann, tragen alle gemeinsam zur Sicherstellung der Beziehung der Kinder zu beiden Elternteilen durch das Entstehen einer Nachscheidungsfamilie.

2.4 Definition der Sachverständigenrolle

Die Sachverständigenrolle läßt sich von seinen Aufgaben her definieren. Im Vordergrund steht seine Souveränität, die seiner sachverständigen Arbeit. Er wird vom Familien- oder Vormundschaftsgericht als Experte angefragt, als psychologischer Fachmann. Aus dieser Position ergibt sich seine Gleichberechtigung im Verfahren zu den anderen Fachleuten, dem Richter, den Anwälten, den Vertretern der Jugendhilfe. Er ist ihr fachlicher Partner und beantwortet ihnen Fachfragen, wie ein Bausachverständiger Fragen zu seinem Fachgebiet beantwortet.

Der Beweisbeschluß, der seiner Arbeit zugrundeliegt, setzt ihn nicht als “heimlichen” Richter, sondern als psychologische Fachkraft in Gang. Er weist seine fachliche Arbeit zunächst dadurch aus, daß er psychologische Fragestellungen formuliert, die sich, wenn er ein Arbeitskonzept entwickelt, aus der gerichtlichen Fragestellung notwendig ergeben. Nach Aktenlage und Erstgesprächen ist er in der Lage, seine psychologischen Fragen zu formulieren und sie, nach Abschluß seiner Tätigkeit, zu beantworten. Diese Definition seiner Rolle verlangt, daß er die gerichtliche Fragestellung, auch wenn der Richter nach Vorschlägen für das Sorge- oder das Umgangsrecht fragt, psychologisch beantwortet, also Umgangsregelungen vorschlägt und sich zur elterlichen Verantwortung äußert.

2.5 Methodik

Das methodische Vorgehen eines Sachverständigen unterscheidet sich von dem eines Gutachters grundlegend. Weniger bedeutend ist, was er nicht tut: Verzicht auf Testbatterien, möglichst auf einzelne psychodiagnostische Tests, auf Objektivität im testtheoretischen und methodologischen Sinne, auf Be-Gutachtung von Menschen. Der wesentliche Unterschied liegt in indem was er im Vergleich zum Gutachter tut: Eine lösungsorientierte Situations-, Problem- u. Entwicklungsanalyse. Für diese Analyse benötigt er eine gründliche, themenbezogene Anamnese der Beteiligten, eine Exploration, die möglichst vollständige Einblicke in die bestehende Situation, ihre Bedingungen und ihre Dynamik, ermöglicht, und ergänzende Interviews zu Einzelfragen, eventuell auch mit Dritten, soweit sie zum Verständnis und zur Veränderung der Situation beitragen können.

Wenn er im engeren Sinne Psychodiagnostik betreibt, greift der Sachverständige auf die Möglichkeiten einer Systemischen Diagnostik zurück,[14] die das menschliche Miteinander als strukturelle Koppelung zwischen verschiedenen Systemen und Subsystemen ansieht. Der Interaktionsprozeß verläuft über verschiedene Phasen, die es herauszuarbeiten gilt, wie seine Inhalte und die vorherrschenden Kommunikationsmuster. Von Bedeutung für die sachverständigen Untersuchungen sind die Kommunikation und Interaktion zwischen den Subsysteme - etwa den Eltern, Eltern und Kindern, den Kindern usw. -, ihre Regeln, die gegenseitigen Erwartungen, die stattgefundenen und möglichen Veränderungen, Chancen der Koevaluation einzelner Subsysteme. Weiter läßt sich eine Reihe anderer Charakteristika sozialer Systeme in die sachverständige Untersuchungs- und Interventionsarbeit integrieren, etwa ihre Vernetztheit, die Komplexität, Anzahl und Art ihrer Relationen, ihre Eigendynamik, ihre mangelnde Prognostizierbarkeit und die Tatsache, daß in ihnen immer ein offener Zielzustand herrscht, eine Polytelie.

Schließlich zeichnet die sachverständige Tätigkeit eine methodische Variante aus, die sich als seine vielleicht größte Stärke bezeichnen läßt: Seine Involviertheit in das familiäre System, seine zeitweilige Zugehörigkeit. Als Bestandteil des Systems hat er die Möglichkeit, gewissermaßen aus der “Binnenperspektive” die Trennungsdynamik kennenzulernen und von innen her an ihrer Veränderung mitzuwirken, als Dramaturg oder Moderator, wie oben beschrieben, also aus einer dennoch notwendigen und von ihm definierten Distanz.

Sachverständige Tätigkeit ist methodisch also, zusammengefaßt betrachtet, eine Kombination aus Diagnostik, Beratung und Intervention mit dem Ziel der Veränderung von Personen und ihrer Beziehungen, des gestaltenden Eingriffs in die Trennungsdynamik. Das Arbeitskonzept sachverständiger Tätigkeit unterscheidet sich nicht von dem einer qualifizierten Beratungsarbeit: Es werden zunächst Einzelgespräche mit den Eltern geführt, dann gemeinsame Elterngespräche, bei Bedarf werden Gespräche mit den Kindern eingebunden, die in zwischenzeitlichen oder abschließenden Familiengesprächen münden können.[15] Wenn schließlich gemeinsame Ergebnisse erreicht worden sind oder sich herausstellt, daß sich nicht erreichbar sind, wird ein Vorschlag an das Gericht formuliert, der mit den Eltern - und eventuell mit den Kindern - besprochen wird, so daß sie in den Verlauf der Erarbeitung der psychologischen Stellungnahme an das Gericht bis zum Schluß eingebunden sind.

Dieses methodische Konzept ist nicht-normativ, es ist als entwicklungs- und wachstumsorientiert zu qualifizieren und unterscheidet sich damit substantiell von dem, das einem konservativen Gutachten zugrunde liegt.

2.6 Beziehung zu den Klienten

Sowohl aus den inhaltlichen Grundlagen als auch aus dem methodischen Konzept einer handlungs- und lösungsorientierten sachverständigen Tätigkeit ergeben sich definitive Grundsätze für den Umgang Sachverständiger mit ihren KlientInnen. Zunächst einmal, als “goldene Regel”, müssen sie ernstgenommen werden, in ihrer persönlichen Eigenart, mit ihrem spezifischen Leiden, mit ihrer Vorstellung von Umgang mit ihren Kindern, mit ihrer subjektiven Wahrheit über die Trennung und ihre Vorgeschichte. Eltern haben ein Recht auf ihre Gefühle, auch auf die negativen gegenüber dem anderen Partner, und auf ihre subjektive Wahrheit über die Trennungsgeschichte und die Gründe für das partnerschaftliche Scheitern, auch wenn sie wie eine eigene Welt, wie ein negativer Abdruck der Wahrheit des anderen erscheinen. Der abgegriffene Satz aus der psychotherapeutischen Arbeit, daß es wichtig ist, einen Patienten dort abzuholen, wo er gerade steht, gilt für den fachlichen Eingriff in den Trennungs- und Scheidungsprozeß in besonderer Weise: Nur wenn es dem Sachverständigen gelingt, die seelisch und interaktiv vorherrschenden Bedingungen zu erfassen und zur Basis seines Handelns, seiner Untersuchung, zu machen, wird er sich selbst die Chance erarbeiten, die Eltern mit seinen Überlegungen und Vorschlägen zu erreichen und zum Mitmachen zu bewegen.

Ziel dieses behutsamen Aufbaus einer kommunikativen Basis zu den Eltern ist es, durch das eigene Beispiel im Umgang mit den Eltern ihnen zu demonstrieren, in welcher Weise und in welchem Ausmaß gegenseitige Achtung sich zu einer fruchtbaren Basis für ein konfliktarmes Miteinander verdichten kann. Sie werden so ermuntert, sich gegenseitig als Eltern zu akzeptieren. Zugleich wird es auf diesem Wege möglich, ihre Selbstachtung aufzubauen oder zu schützen: Auf der Basis von gegenseitiger Akzeptanz läßt sich vermitteln, wie groß der Schritt von der Hinnahme, der Erduldung einer autoritären Gerichtsentscheidung ist, die notwendig wird, weil zwei erwachsene Eltern nicht in der Lage sind, sich über das Wohlergehen ihrer Kinder zu verständigen, hin zu einer selbstbewußten gemeinsamen Lösung ist, die sie dem Gericht präsentieren können und die der Familienrichter in einer abschließenden Gerichtsverhandlung nur noch “absegnen” muß.

Nicht weniger bedeutsam für den fachlichen Eingriff in die Trennungsdynamik ist eine andere, eine fordernde Seite der Beziehung zu den KlientInnen. Als Psychologe/Psychologin, die intervenieren und beraten, haben Sachverständige nicht zuletzt die Aufgabe, Ansprüche an die erwachsenen Menschen, die Eltern, zu stellen. Zu diesen Ansprüchen gehört etwa die Forderung, Reste an Kränkungen und Verletzungen aus der Partnerschaft, Leidensprozesse, die nicht beendet sind, sondern immer wieder in die aktuellen Versuche der elterlichen Kooperation eindringen oder sie gar verhindern, aktiv anzugehen, also sich eventuell auch fachliche Hilfe - Beratung, Psychotherapie - zu holen, statt mit ihnen die Beziehung zum anderen Elternteil und damit indirekt die Kinder zu belasten. Dieser Anspruch ist nicht nur legitim, er ist notwendig, weil er die Eltern als Erwachsene ernst nimmt, die andere Ressourcen und Unterstützungssysteme zur Verfügung haben als ihre Kinder, und ihnen verdeutlicht, daß unter den Voraussetzungen einer flächendeckenden Beratungsstruktur kein Mensch mit seinen Problemen oder inneren Konflikten alleine bleiben muß; er ist schließlich auch wichtig, weil er verhindern hilft, daß letztlich die Kinder als Partnerersatz für Gespräche, die sie überfordern, mißbraucht werden, oder unter dem Leidensprozeß der Eltern auch selbst leiden, weil ihnen die notwendige Aufmerksamkeit, die nötige Zuwendung eines Vaters oder einer Mutter, die von ihren eigenen Problemen vereinnahmt werden und deren Wahrnehmung für die Bedürfnisse ihrer Kinder zwangsläufig getrübt ist, verloren gehen.

Ernstnehmen bedeutet also nicht Verzicht auf Kritik oder Vorschläge zur Veränderung von Verhalten und Einstellungen, sondern ist ihre Grundlage, weil es den Beteiligten deutlich macht, daß sie akzeptiert und nicht oberlehrerhaft belehrt werden sollen, sondern daß sie zwar einen legitimen Anspruch auf die Besonderheit ihrer Person haben, aber keinen auf eine Überschreitung von Grenzen gegenüber anderen Menschen oder von Erziehungsmethoden, die aus fachlicher Sicht der Entwicklung von Kindern nicht förderlich sind. Zum Angebot der Unterstützung im Trennungsprozeß und bei der Suche nach einer dem Kindeswohl angemessenen einvernehmlichen Lösung gehört es, den Eltern Grenzen aufzuzeigen, wenn sie gegenüber anderen Menschen - dem anderen Elternteil, den Kindern, selbstverständlich auch dem Sachverständigen - übergriffig oder verletzend, abwertend oder respektlos oder gar gewalttätig werden, körperlich oder seelisch.

2.7 Ergebnisse für die Beteiligten

Die Ergebnisse, die der Sachverständige erreicht - erreichen kann, Erfolge wird er nicht garantieren - unterscheiden sich von denen, die der Gutachter erreichen kann oder wird, nicht nur oberflächlich, sondern grundsätzlich.

Die zeitgemäße sachverständige Tätigkeit hat für den Sachverständigen dann eine gute Qualität, wenn er einen erfolgreichen Beitrag geleistet hat, die Mitglieder der Trennungsfamilie aus einer für alle belastenden, destruktiven, unfruchtbaren Konstellation zu befreien und am Aufbau eines gemeinsamen Nachscheidungsprojekts mitzuwirken.

Dem Familien- oder Vormundschaftsrichter wird die qualitative Gewichtung der sachverständigen Arbeit leicht gemacht, denn er muß, statt ein Gerichtsurteil zu fällen und zu begründen, gemeinsam mit den Eltern und ihren Anwälten den elterlichen Vorschlag nur noch rechtlich fixieren.

Auch die Eltern werden die Qualität der Ergebnisse ihrer Anstrengungen spüren und zu schätzen lernen, wenn sie erfahren, daß sie sich von weiterem Gerichtsstreß befreit haben, daß der Beziehungsstreß wegfällt oder sich doch erheblich vermindert hat und daß sie in der Erziehung der Kinder und bei der Ausübung der Verantwortung für ihre Entwicklung Entlastung durch den anderen Elternteil erfahren.

Die Kinder, am ärgsten betroffen von der Trennungsdynamik, profitieren auch am meisten von einem positiven Ergebnis der sachverständigen Arbeit: Sie erleben - oft erstmals seit Jahren - Angstfreiheit, sie können innerlich entspannen, zu ihrer Fröhlichkeit zurückfinden. Das Lachen kehrt zurück - wer jemals ansehen konnte, wie es sich einstellt, wenn Kinder erstmals nach Monaten manchmal nach Jahren ihre Eltern in einem friedlichen Miteinander erleben, weiß, was sachverständige Tätigkeit, zeitgemäß verstanden und praktiziert, bewirken kann.

III. Das Rheydter Modell

Beim Amtsgericht Mönchengladbach - Rheydt wird in streitigen Sorge- und Umgangsregelungsverfahrenein Verfahren regelmäßig praktiziert, welches nachfolgend aufgezeigt werden soll :

Die regelmäßige Vorgehensweise erfolgt in 5 Schritten:

1. Nach Eingang des Antrages wird dieser dem Jugendamt übermittelt. Dieses versucht, unter

Einsatz des Sachverstandes des/der SozialarbeiterIn zwischen den Eltern zu vermitteln. Bei

Gelingen wird entweder  der Antrag zurückgenommen oder es erfolgt eine lediglich die Lösung

bestätigende Gerichtsentscheidung.

2. Gelingt zunächst keine Lösung im Interesse der Kinder, so wird der psychologische

Sachverständige eingeschaltet. Dieses geschieht durch einen Beweisbeschluß mit folgendem Wortlaut:

Es soll Beweis erhoben werden über die Frage, ob im vorliegenden Fall aus psychologischen Gründen eine Ausnahme von der Regel gemacht werden muß,

( ) daß die Beibehaltung der gemeinsamen Sorge dem Kindeswohl am besten entspricht,

( ) daß der persönliche Umgang des Kindes mit beiden Elternteilen dem Kindeswohl am besten entspricht,

durch Einholung eines Sachverständigengutachtens.

Der Sachverständige wird gem § 404 a ZPO beauftragt, zunächst mit den Eltern und dem/n Kind/ern zu versuchen, unter Einsatz seines Sachverstandes eine einvernehmliche Regelung zu finden.

Für den Fall des Scheiterns dieses Versuches soll der Sachverständige ein schriftliches Gutachten vorlegen, aus dem sich auch ergibt, woran die einvernehmliche Regelung gescheitert ist, welche Maßnahmen möglicherweise vom Gericht getroffen werden können, um dem Kind beide Elternteile zu erhalten bzw. zurückzugeben.

Der Sachverständige wird unter Einsatz seines Sachverstandes zunächst versuchen, eine am Kindeswohl orientierte Lösung zu erarbeiten. Gelingt dieses, wird ein Anhörungstermin anberaumt, in dem wie unter 1) beschrieben verfahren wird. Es ist hervorzuheben, daß die Erarbeitung einer einvernehmlichen Lösung in vielen Fällen dem Sachverständigen nicht deshalb gelingt, weil er etwa klüger ist als die/der SozialarbeiterIn. Vielmehr hat er andere Ansätze und kann auf der Vorarbeit des Jugendamtes und des Richters aufbauen.

3. Ist die Kooperationsbereitschaft der Eltern wenig ausgeprägt, so wird der Sachverständige seine Vermittlungsversuche unter Einbeziehung Dritter fortsetzen. Oft zeigen die Einbeziehungen von elterlichen Bezugspersonen, etwa Anwälten, Großeltern, neuen Partnern, Erfolge, weil Eltern deren Rat akzeptieren. Bei Erfolg wird nach dem Muster der 1.Stufe weiter verfahren.

4. Ist diese Stufe ebenfalls erfolglos gewesen, unterrichtet der Sachverständige mit einer

psychologischen Stellungnahme das Gericht. Dieser beraumt einen Anhörungstermin an, an dem

die Eltern, ihre Anwälte, das Jugendamt und der Sachverständige teilnehmen. Dieser Termin wird

gestaltet als “ round - table - Gespräch “ , allerdings wird bewußt die Rolle des Richters als

staatlich beauftragter Wächter über das Kindeswohl durch Nutzung des Sitzungsaales und der

Robe herausgestellt. In diesem Gespräch können zunächst die Eltern ihre Positionen

verdeutlichen, dann ggf. die Anwälte, dann der Sachverständige. In dieser Phase kann es  drei

Alternativen geben:

a) Es kann eine Lösung erarbeitet werden. Dann wird wie unter 1 ) beschrieben verfahren.

b) es kann noch keine Lösung erarbeitet werden. Die Eltern erkennen aber, daß eine Lösung möglicherweise noch nach weiterer Klärung herbeigeführt werden kann. Dann wird erörtert, ob die Moderation durch den/die SozialarbeiterIn oder durch den Sachverständigen erfolgen soll. Bei Erfolg wird in einem weiteren Termin wie  in der Stufe 1 verfahren.

5. Ist die Stufe 4 erfolglos beendet und eine Kooperationsmöglichkeit und -Wille nicht vorhanden,

so wird durch den Sachverständigen in Einzelgesprächen mit den Eltern und dem/n Kind/ern die

kindliche Position festgestellt. Hier kommt die eigenständige Vertretung des Kindes, der

Verfahrenspfleger nach § 50 FGG , ins Spiel. Er vermittelt dem Sachversändigen, dem Gericht

und den übrigen Beteiligten die kindliche Position. Der Sachverständige erstellt sein Gutachten,

in welchem er die Lösung skizziert, die aus seiner Sicht für das Kind die am wenigsten

belastende ist. Aus seiner Darstellung des Herganges der Gespräche kann der Richter die

Persönlichkeit der Elternteile und deren gegenwärtige Defizite gut ablesen. Es ist also nicht

erforderlich, daß der Sachverständige sich als der heimliche Richter aufspielt, er kann in seiner

Rolle als Berater des Richters bleiben.

In dieser Phase ist es von außerordentlicher Wichtigkeit, daß der Richter das Kind kennenlernt. Er hat die Eltern schon kennengelernt, ohne eigene Vorstellungen vom Kind dürfte für ihn eine Entscheidung nicht möglich sein. Die bisherigen Erkenntnisse über das Kind, seinen Willen, seine Neigungen, hat er bisher nur  mittelbar durch die Eltern, das Jugendamt, den Verfahrenspfleger und den Sachverständigen gewonnen. Nun muß er auch unmittelbar sich ein Bild von der Persönlichkeit des Kindes machen. Daß diese Anhörung gesetzlich vorgeschrieben ist[EB2] , sei nur am Rande erwähnt. Das gilt unabhängig vom Alter des Kindes, wobei man sich vorstellen kann, daß bei ganz kleinen Kindern aus deren Anhörung Erkenntnisse nicht gewonnen werden können. Bei einer kindgerechten Ausgestaltung der Anhörung, möglichst in der gewohnten Umgebung des Kindes, etwa im Kindergarten oder der Schule , wird diese von Kindern als wenig belastend empfunden, sondern eher als Gelegenheit, dem Richter etwas mitzuteilen.

Nach einer fakultativen nochmaligen Anhörung ergeht die Entscheidung zum Sorgerecht bzw. zum Umgang.

Auch aus Anlaß eines Umgangsregelungsvefahrens können von Amts wegen Sorgerechtsmaßnahmen erforderlich sein, die mit den Eltern vorher besprochen werden. Zu denken ist dabei an den Entzug der elterlichen Sorge, soweit es erforderlich ist, den Kontakt des Kindes mit dem anderen Elternteil sicherzustellen.

 

IV. Resümee der Zusammenarbeit zwischen Richter und Sachverständigem

 

Aus den vorstehenden juristischen und psychologischen Überlegungen ergibt sich als verbindendes und verbindliches Kriterium für eine Zusammenarbeit zwischen dem Familien- und Vormundschaftsrichter und dem Sachverständigen das Kindeswohl. Beide ergreifen, jeder auf seine Weise, mit seinen verfügbaren theoretischen und methodischen Instrumentarien, Partei für die Kinder, deren Eltern sich trennen, und für ihre Zukunft. Indem sie die Definition des Kindeswohls, wie sie der sachverständigen Arbeit zugrundeliegt, zur Basis auch ihrer gemeinsamen Bemühungen um eine Lösung für die Trennungsfamilie machen, sind sie parteilich auch für die Eltern: Das so verstandene Kindeswohl ist dann gesichert, wenn die Eltern sich auf eine Kooperation in Bezug auf die elterliche Verantwortung geeinigt haben, also den Trennungskrieg zwischen sich zumindest zu einem Waffenstillstand im beiderseitigen Interesse - und natürlich in dem der Kinder - haben werden lassen.

 

Richter und Sachverständiger sind sich weiter einig, daß die sachverständige Beratung der Eltern - die öfter ergänzt wird durch eine Gerichtsverhandlung, die als Beratungstermin gemeinsam mit Anwälten und Jugendhilfe zu verstehen ist, wie in der Darstellung des Rheydter Modells skizziert - das konkrete Ziel verfolgt, eine einvernehmliche Lösung zwischen den Eltern zu erreichen. Für den Richter wird erfahrbar, daß ein solches Ergebnis der juristisch-psychologischen Liaison eine völlig andere Qualität für alle beteiligten Menschen hat, als eine richterliche Entscheidung, deren entmündigender, autoritärer Charakter den Eltern wie den Kindern erspart bleibt. Das Vehikel für die Sicherung dieser Qualität ist die Stärkung der elterlichen Entscheidungsautorität über die Stärkung ihres Selbstbewußtseins als Eltern und ihre elterliche Verantwortung, zu der Richter wie Sachverständiger beitragen. Beide verfolgen das Ziel, die letztlich gefundene Lösung, die identisch ist mit einer nach dem Gesetz notwendigen Entscheidung, für die Zukunft tragfähig zu machen; beide wissen, daß sie zukunftsfähig nur sein wird, wenn die Eltern sie selbstbestimmt entwickelt und geformt haben, wenn sie ihnen also nicht durch den Richter aufgezwungen worden ist.

 

Einig sind sich der psychologische und der juristische Fachmann auch darin, daß - wenn im Rheydter Modell die vorletzte oder gar die letzte Stufe erreicht sind - es notwendig sein kann, einen  psychischen Machtmißbrauch von Elternteilen zu benennen, die nicht bereit sind, ihre eigenen Interessen und Gefühle so weit zu kontrollieren und zu bearbeiten, daß es ihnen möglich wird, Kindeswohl und elterliche Verantwortung als primäre Aufgaben im Trennungsprozeß zu betrachten und zu behandeln. Eine hartnäckige, nicht aufzulösende Kooperationsabwehr der Eltern hat zur Folge, daß die Freiwilligkeit der Mitarbeit, der Zusammenarbeit mit den Vertretern des staatlichen Wächteramtes - Richter und Jugendamt - und des Kindeswohls - Sachverständiger - aufgehoben wird. Richter wie Sachverständiger erblicken in dieser Abwehr, in dieser Verweigerung von im Interesse des Kindeswohls notwendiger Einsicht, einen Mangel an elterlicher Erziehungskompetenz, an elterlicher Verantwortung oder Verantwortungsbereitschaft. Aus ihm leiten sie eine akute Gefährdung der Kinder ab, die sie, in aller Deutlichkeit und unter Hinweis auf die möglichen rechtlichen und eingreifenden Konsequenzen, bewerten und benennen.

 

In diesem Sinne bleibt die juristisch-psychologische Koalition dem staatlichen Wächteramt verpflichtet, sie nimmt ihre Verantwortung gegenüber den beteiligten Menschen ernst, nicht zuletzt dadurch, daß sie noch in der Phase der elterlichen Verweigerungshaltung, aufklärend und auf Verstehen und Einsehen hoffend interveniert. Hier entsteht nicht eine Situation, in der Richter und Sachverständiger gemeinsam Druck auf die Eltern ausüben; sie greifen den Druck, dem die Eltern durch ihr unkooperatives Verhalten ihre Kinder auf diese nachhaltig schädigender Weise aussetzen, auf und geben ihn an sie zurück. Nur auf diesem Wege kann es, wenn die Abwehr der Eltern gegen Veränderung einer konflikthaften Trennungssituation hartnäckig bleibt, gelingen, sie diesen Druck selbst spüren, seine Auswirkungen auf die Kinder wenigstens erahnen zu können.

 

In dieser Gestaltung der Allianz zwischen Richter und Sachverständigem liegt zum einen die Chance, ihre Potentiale zu nutzen und gemeinsam einen Prozeß zu gestalten, in dem elterliche Verantwortung entstehen, sich entfalten und geformt werden kann und damit das Kindeswohl einen sicheren Ort in den Gefühlen, Einstellungen und Verhaltensweisen der Eltern findet. Zum anderen haben sie die Chance, noch als Machtinstanz, wenn sie von den Eltern genötigt werden, als solche zu  fungieren, konstruktiv, erkenntnisfördernd und verhaltensverändernd zu wirken. Das Potential an Zivilcourage, an Fachkenntnissen und an sozialer Kompetenz, das für ein solches Vorhaben notwendig ist, kann als synergetischer Effekt des Zusammenspiels zweier Fachleute verstanden werden, die sich auf ein neues Denken und Handeln in ihren jeweiligen Fachgebieten und in ihrer Zusammenarbeit eingelassen haben.[16]

 



[1] Jopt 1988

[2] Dieser Hinweis ist verweist darauf, daß nicht nur die Juristen von den Psychologen, sondern auch umgekehrt diese von juristischen Fortschritten gelernt haben: Das BVG-Urteil von 1982 zum Sorgerecht, die UNO-Kinderrechtskonvention von 1986, das KJHG von 1996 und die Debatten um das neue Kindschaftsrecht haben das psychologische Denken und Handeln im forensischen Umfeld befruchtet und beflügelt.

[3] Im Singular werde ich, um der Leserlichkeit willen, die männliche Form verwenden, meine aber selbstverständlich die Kolleginnen und weiblichen Fachleute immer mit. Im Plural werde ich das große “I” als Lösung für die Geschlechterfrage in der Formulierung verwenden.

[4] Der Unterschied zwischen gutachterlicher und sachverständiger Tätigkeit ist der zwischen den beiden Modellen. Die klassische Begutachtung, wie sie der klassische Gutachter vornimmt, heißt so, weil hier ein menschlicher Gegenstand nicht anders als ein materieller begutachtet wird. Die methodenzentrierte Vorgehensweise verlangt eine Subjekt-Objekt-Beziehung zwischen Gutachter und Klient: Subjekt, also handelnder, selbstbewußter, aktiver Mensch, ist der Gutachter, der Klient bleibt für ihn ein Gegenstand, an den er seine diagnostischen Instrumente, die eine “objektive” Distanz - der alles Menschliche fremd ist - zwischen ihm und den Untersuchten herstellen, legt, ähnlich wie der Zahnarzt seine Zange und der Maurer seine Kelle als Instrumente verwenden. Sachverständige Tätigkeit verliert diesen instrumentellen Charakter, ihre Methodik verlangt die Annäherung an die Klienten, die nicht mehr Objekte, sondern gleichberechtigte Subjekte sind. Der Sachverstand des zeitgemäß arbeitenden Psychologen verbietet eine Begutachtung von Menschen. Die weiteren Ausführungen werden die Unterschiede im einzelnen erläutern.

[5] Die folgenden Ausführungen zum konservativ-klassischen Modell gutachterlicher Tätigkeit stützen sich, neben der Kenntnis der GutachterInnenausbildung während des Studiums und den Erfahrungen aus vielen Diskussionen, auf etwa einhundert Gutachten, die der Verfasser in den letzten Jahren gelesen und zu denen er teilweise Expertisen angefertigt hat.

[6] So pauschal sie klingt, so zutreffend ist diese Bewertung der theoretischen Grundlagen klassischer Gutachtenerstellung. Nicht nur die dem Verfasser vorliegenden Gutachten, sondern auch viele andere, die von KollegInnen gelesen worden sind, oft mit der Bitte verzweifelter Eltern, sie auf ihre wissenschaftlichen Grundlagen hin zu überprüfen, bestätigen die Einschätzung. Sicher finden sich wohltuende Ausnahmen; aber vor allem Familien- und Vormundschaftsrichter sollten sich klarmachen, daß sie in aller Regel mit einem Gutachten ein wissenschaftlich nicht fundiertes, nicht ausgewiesenes und deshalb genau genommen für eine gerichtliche Entscheidung unbrauchbares Produkt in Händen halten.

[7] Diese Definitionsfrage ist keineswegs trivial. Im strafrechtlichen Bereich - Glaubwürdigkeit, Schuldfähigkeit - stehen den juristischen immer auch psychologische Begriffe gegenüber, denen eigenständige psychologische Definitionen und theoretische Begründungen zugrunde liegen, unabhängig davon, wie überzeugend oder verbindlich oder wissenschaftlich aktuell sie immer sein mögen. Im familien- und vormundschaftsrechtlichen Umfeld hingegen machen klassische GutachterInnen sich eine fachfremde Begrifflichkeit zu eigen, sie argumentieren und begründen in rechtlichen Kategorien, reduzieren sich selbst also auf Hilfsrichter. In welchem Ausmaß PsychologInnen diese Hilfsrichterrolle übernehmen und in ihren Untersuchungen, Schlußfolgerungen und Empfehlungen verurteilen, aburteilen, über Lebensschicksale entscheiden, ist in der gutachtenkritischen Literatur hinreichend beschrieben. Polemisch gewendet könnte man sagen, daß die fachlichen Defizite, von denen die klassisches Gutachten geprägt sind, durch das fachfremde Gebaren kompensiert werden sollen.

[8] Zunächst hatte ich das neue Modell als “problemorientiert” etikettiert, um deutlich zu machen, daß für einen Sachverständigen, im Gegensatz zu einem Gutachter, nicht eine Bewertung und Beurteilung von Verhalten und Einstellungen seiner Klienten Aufgabe sind, sondern der Versuch, die Probleme zu analysieren und ihre Lösung zum Gegenstand seiner sachverständigen Arbeit zu machen, die eine Zusammenarbeit der Eltern nach der Trennung zur Sicherung des Kindeswohls verhindern. In den Diskussionen in Bad Boll stellte sich dann heraus, daß das Attribut “lösungsorientiert” überzeugender und treffender benennt, was Kern des sachverständigen Handelns ist. Ich habe mich entschlossen, “handlungsorientiert” zu ergänzen, weil das aktive Handeln, der unmittelbare Eingriff in das Familiensystem, eigentlich den noch wichtigeren Aspekt der sachverständigen Tätigkeit benennt. Insofern haben Schade & Friedrich (1998) mit ihrer Bezeichnung “interventionsdiagnostisch” den richtigen Akzent gesetzt; der diagnostische Schlenker nimmt aber wieder zurück, was die Intervention zielsicher bezeichnet, denn für den “neuen” Sachverständigen spielt die Psychodiagnostik nur am Rande eine Rolle.

[9] Der Unterschied zwischen einem klassischen gutachterlichen und einem zeitgemäßen sachverständigen Vorgehen läßt sich anhand der aktuellen Literatur zur Gutachtenstellung eindrücklich veranschaulichen. Westhoff & Kluck (1994) sprechen in ihrer Arbeit zur Erstellung psychologischer Gutachten, die Herr Westhoff in Bad Boll noch einmal dargestellt und aktualisiert hat mit dem Anspruch, einen Standard für gutachterliche Tätigkeit zu formulieren, von “entscheidungsorientiertem psychologisch-diagnostischem Handeln”. Ihr Buch stellt dann auch bis ins kleinste Detail die Schritte dar, die der Gutachter zu gehen hat, um entscheidungsorientiert zu arbeiten. Der Unterschied ist selbsterklärend: Der Gutachter soll an der “Vorbereitung und Unterstützung von wichtigen Entscheidungen” (S. 5) mitwirken. Der Sachverständige aber will problemmindernd, lösungsorientiert handeln, um Entscheidungen, die immer einen Eingriff in die Souveränität, in die Autonomie von Menschen darstellen, nach Möglichkeit überflüssig zu machen. Diese Art der sachverständigen Tätigkeit läßt sich nur bedingt auf andere Bereiche - Arbeitsunfähigkeitsrente, Schulformwahl usw. - übertragen;  für den familien- und vormundschaftsrechtlichen Bereich mit seiner besonderen sozialen Thematik aber stellt er, am heutigem psychologischen Wissen und der verfügbaren Methodik gemessen, den Königsweg dar.

[10] Auch wenn nach dem neuen Kindschaftsrecht die Kinder ein Recht auf den Umgang mit beiden Elternteilen haben und ihnen zur Durchsetzung dieses Rechts sogar ein eigener “Anwalt des Kindes” an die Seite gestellt werden kann, bleibt ihre Rechtlosigkeit faktisch erhalten: Es gibt keine Hoffnung, daß langfristig Kinder von der überwiegenden Zahl psychologischer Gutachter, Anwälte und Familien- oder Vormundschaftsrichter s als Subjekte so ernst genommen werden, daß sie nicht mehr als macht- und rechtlose Opfer der Trennung ihrer Eltern erscheinen. Die Erfahrungen mit dem KJHG, das heute noch - “Papier ist geduldig” - bei der Jugendhilfe und den FamilienrichterInnen nicht wirklich angekommen zu sein scheint, macht wenig Mut.

[11] In der Abschlußdiskussion der Tagung in Bad Boll empörte Herrn Willutzki sich, daß ich nicht bei jedem Sachverständigenauftrag in einer Familiensache die Kinder “anhöre”. Ich erwiderte, daß ich kein Richter sei und deshalb auch keine “Anhörungen” von Kindern durchführe, sondern versuche, ihre Lebenssituation zu untersuchen, mich in ihr Erleben einzufühlen und sie ernstzunehmen mit ihren Wünschen und Interessen. Ergänzen möchte ich, daß ich nicht der Meinung bin, daß ein formaler Gestus der “Kindesanhörung” als Prinzip den kindlichen Interessen wirklich gerecht wird. Für die Kinder ist letztlich entscheidend, ob es gelingt, ihnen beide Elternteile zu erhalten. Nach den Erfahrungen mit ihren Eltern und JugendamtsmitarbeiterInnen, vielleicht mit Anwälten und Richtern, erspart jeder Erwachsene, der ihnen nicht zu nahe rückt, ihnen weitere belastende Erfahrungen. Wenn es gelingt, mit ihren Eltern eine Lösung zu erarbeiten, von der sie profitieren, sind die kindlichen Interessen auch ohne ihren Kontakt zum Sachverständigen bestens gewahrt und indirekt in den Prozeß einbezogen, nicht zuletzt indem die Eltern die Aufgabe übernehmen, ihnen die erarbeitete gemeinsame Lösung zu vermitteln und in ihrem Sinne zu handeln. Sie werden nicht ignoriert, sondern ihnen wird demonstriert, was sie spüren: Es ist die Aufgabe, ja die Pflicht der Eltern, sich der eigenen Verantwortung für das Wohlergehen ihrer Kinder endlich bewußt zu werden, ohne sie oder einen Teil von ihr auf die kindlichen Schultern zu laden, was der Sachverständige - oder Richter -, der sie einbezieht, ein Stück weit tut. Allerdings sind die Fälle, in denen nach wenigen Gesprächen mit den Eltern diese ihren Kindern eine entspannende Lösung präsentieren können, die Ausnahmen, in den übrigen Fällen werden die Kinder als Subjekte in den Prozeß der sachverständigen Untersuchungen einbezogen.

[12] Ein Überblick über die - psychologische wie juristische - Literatur zu Trennung und Scheidung in den letzten sechs Jahren führt zu einer überraschenden Erkenntnis: Die Tatsache, daß Kollege Jopt im Jahre 1992 - vielleicht nicht erstmals, aber erstmals in dieser Weise pointiert - eine Definition des Kindeswohls als Qualität des Familiensystems, der elterlichen Beziehungen publizierte, ist folgenlos geblieben, obwohl das Dilemma der Antwort auf die Frage nach dem Kindeswohl mit seinem Vorschlag erstmals einer Lösung zustrebte. Was immer zu dieser Ignoranz geführt hat, sie ist bedauerlich und macht den Hinweis nötig, daß alleine diese Definition, wie sie hier noch einmal, ergänzt und präzisiert, einen Kindeswohlbegriff zur Verfügung stellt, die für Psychologen wie Juristen nicht nur nachvollziehbare weil theoretisch gut begründete, sondern die auch in der Praxis handhabbare ist und Kriterien für die Einschätzung des Verhaltens von Eltern, aber auch von Jugendämtern, AnwältInnen, RichterInnen und Sachverständigen, und für die eventuell notwendigen Veränderungen und Interventionen liefert.

[13] Was Freud mit seiner Laienanalyse und Wilhelm Reich mit seinen Sexualberatungsstellen, was Fachleute aus dem Gesundheitswesen mit den Gesundheitsläden, die es in vielen Städten immer noch gibt, und Wissenschaftler mit der Eröffnung von Wissenschaftsläden erreichen wollen, liegt auf der Ebene des hier vertretenen Aufklärungsbegriffs, wie übrigens auch das engagierte Bemühen von “Hackern”, den Dschungel der Informationsgesellschaft zu lichten.

[14] Bei Schiepek (1986) finden sich nicht nur theoretische Erläuterungen, sondern auch praktische Hinweise für den Einsatz einer systemischen Diagnostik. Darüber hinaus bieten sich eine Reihe diagnostischer Hilfsmittel zur Arbeit mit Familien an wie das Genogramm, das Familienbrett, die Kommunikationsstile nach Satir (1975) und andere.

[15] Dieses Vorgehen stellt eine Möglichkeit dar, andere KollegInnen beginnen sofort mit gemeinsamen Gesprächen oder mit Kontakt zu den Kindern. Welche Reihenfolge der Gespräche gewählt wird, welche geführt und welche unterlassen werden, hängt von den konkreten Bedingungen der jeweiligen Trennungsfamilie ab.

[16] Es geht hier nicht um die konkreten Personen, also die Verfasser, sie stehen nur exemplarisch für ein neues Denken und Handeln. Richter wie Sachverständiger haben mit anderen KollegInnen ähnliche Kooperationszusammenhänge erfolgreich praktiziert, Elmar Bergmann etwa mit Uwe Jopt (Bielefeld), Günter Rexilius etwa mit den Richtern Hans-Peter Cuvenhaus (Rheine), Christian Prestien (jetzt Potsdam). Die Ergebnisse sind in den meisten Fällen ähnlich und nicht nur für die Eltern und Kinder, sondern auch für Richter und Sachverständige lehrreich und bereichernd gewesen.


 [EB1]vgl. Bergmann, Auswahl und Rolle des Gutachters im familiengerichtlichen Verfahren: Neue Justiz 1997,67

 [EB2]§ 50b FGG

Seitenaufrufe: 85

Kommentar

Sie müssen Mitglied von kind24.co.at sein, um Kommentare hinzuzufügen!

Mitglied werden kind24.co.at

© 2021   Erstellt von Bürgerinitiative Kinderrechte.   Powered by

Badges  |  Ein Problem melden  |  Nutzungsbedingungen